Pressemitteilung

Evangelischer Kirchentag: buntes Glaubensfest in Nürnberg

Als der Deutsche Evangelische Kirchentag das letzte Mal in Nürnberg stattfand, hatte Israel gerade mit dem Lied „Hallelujah“ den Grand Prix Eurovision de la Chanson gewonnen. Helmuth Schmidt war Bundeskanzler, der 1. FC Nürnberg deutscher Fußballrekordmeister. Vierundvierzig Jahre später kam das Glaubensfest zurück an die Pegnitz. Noch bunter und offener.

Nicht nur evangelische Gläubige trafen vom 7. bis 11. Juni in der Frankenmetropole zusammen. Die Ökumene hatte im Programm des 38. Deutschen Evangelischen Kirchentages ebenso einen festen Platz wie der christlich-jüdische und christlich-islamische Dialog sowie der Austausch mit weiteren Gemeinschaften. Unter den 100.000 Gästen waren auch Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage.

„Ob es darum geht, wie wir unser Land erneuern oder wie eine gerechte Gesellschaft der Zukunft aussieht, in der Menschen ganz unterschiedlicher Religionen, Herkünfte, Überzeugungen zusammenleben: Wir brauchen eure Impulse, eure Ideen, eure Überzeugungen, die im Glauben ihr Fundament haben“, rief Bundespräsident Dr. Frank-Walter Steinmeier den Anwesenden beim Eröffnungsgottesdienst zu.

Dass Menschen verschiedenen Glaubens zum Feiern und Mitreden eingeladen waren, hatte der frühere Bundesminister Thomas de Maizière in seiner Rolle als Kirchentagspräsident bereits vor zwei Jahren angekündigt. Er bestätigte diesen Umstand im Laufe einer Pressekonferenz am vorletzten Tag des Kirchentages und verwies unter anderem auf Moscheeführungen und sowie auf den ersten jüdischen Gottesdienst auf dem Hans-Sachs-Platz seit der Zerstörung der Synagoge im Jahr 1938 an genau diesem Ort. Die Teilnehmenden des Kirchentages seien dazu eingeladen gewesen. Dies betrachte sie als Geschenk, erklärte Kristin Jahn, die Generalsekretärin des Kirchentages. Der interreligiöse Dialog sei ein bleibender Baustein auch für künftige Kirchentage.

Vor Beginn des Kirchentages hatte sich Elder Markus Zarse mit einer Grußbotschaft an die Verantwortlichen des Glaubensfestes gewandt. „Wer Jesus Christus nachfolgt, gibt sich nicht mit dem zufrieden, was ist, sondern behält einen wachen Blick auf sich selbst und auf die Gesellschaft. Wer die frohe Botschaft des Evangeliums ernst nimmt, wandelt sich und dadurch auch die Welt um sich herum“, schrieb der Gebietssiebziger auf der Presseseite der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage.

Heilige der Letzten Tage besuchten in Nürnberg Gottesdienste, Empfänge von Arbeitskreisen und Bundestagsfraktionen sowie viele der 2.000 Einzelverstaltungen des Kirchentags. Sie hören zu, informieren sich über aktuelle Themen und frischten Kontakte auf.

Bei einer offiziellen Kirchentagsveranstaltung kam ein Vertreter der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage zu Wort. Am Donnerstagnachmittag lud der Nürnberger Rat der Religionen zum gemeinsamen Friedensgebet unter der Leitung des evangelischen Stadtdekans Dr. Jürgen Körnlein am interreligiösen Gedenkort an der Frauentormauer ein. Der Kubus mit Symbolen und Trostsprüchen verschiedener Religionen ist Opfern der Corona-Pandemie sowie des Krieges in der Ukraine gewidmet. Gemeinsam mit anderen Aktiven des Rates trug Matthias Lange die Inschriften vor. Der nordbayerische Leiter für Kommunikation der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage vertritt seine Gemeinde im Rat der Religionen und unterstützte beim Kirchentag außerdem den Auftritt von Religions for Peace auf dem Markt der Möglichkeiten.

Zwei inhaltliche Schwerpunkte des diesjährigen Kirchentages waren laut Kirchentagspräsident de Maizière Klimaschutz und Frieden. Als verbindender Ausgangspunkt hierfür diente das christliche Glaubenszeugnis selbst. Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, Landesbischof der gastgebenden Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, erinnerte in seiner Predigt beim Eröffnungsgottesdienst: „Warum sind wir hier in dieser wunden Zeit? Weil Christus auferstanden ist! Weil die Frauen am leeren Grab in Jerusalem diese wunderbare Botschaft gehört haben und weitererzählt haben, weiter und weiter in alle Welt.“

Beim Schlussgottesdienst rief der Wiesmoorer Pastor Quinton Ceasar zur Solidarität mit Schwachen und Benachteiligten auf: „Gott ist immer an der Seite derer, die am Rand stehen.“ Er ergänzte: „Und wenn Gott da ist, dann ist das auch unser Platz.“

Zur Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage:

Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage versteht sich als Wiederherstellung der christlichen Urgemeinden und betrachtet Gläubige aus evangelischen, katholischen sowie orthodoxen Kirchen mit mitchristlicher Verbundenheit. Sie engagiert sich im interkonfessionellen und interreligiösen Dialog. Ihre Entsandten nehmen seit vielen Jahren als Gäste an Kirchentagen und Katholikentagen teil. Im Jahr 2019 saß erstmals eine Vertreterin der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage auf dem Podium einer offiziellen Kirchentagsveranstaltung. Beim Ökumenischen Kirchentag 2021 in Frankfurt am Main beteiligte sich ein Heiliger der Letzten Tage an einem aus einem Fernsehstudio Studio übertragenen Stunde zur religiösen Vielfalt zur Frage „In welcher Welt wollen wir leben?“.

Hinweis an Journalisten:Bitte verwenden Sie bei der Berichterstattung über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage bei deren ersten Nennung den vollständigen Namen der Kirche. Weitere Informationen hierzu im Bereich Name der Kirche.