Demokratie lebt vom Engagement vieler. Deswegen hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zum 23. Mai 2026 den ersten deutschlandweiten Mitmachtag ausgerufen, den „Ehrentag“. Am Jahrestag der Verabschiedung des Grundgesetzes stehen künftig Begegnung und gemeinsames Tun im Mittelpunkt. Mehrere Gemeinden der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage beteiligten sich mit eigenen Aktionen am ersten „Ehrentag“.
Im vom Bundespräsidialamt festgelegten Aktionszeitraum vom 16. bis 31. Mai kamen dabei unterschiedliche Ideen und Formate zum Vorschein.
Gleich zu Beginn dieses Zeitraumes unterstützten über 50 Jugendliche und ihre Betreuer die Jugendeinrichtung Kiez am Braunsteich in Weißwasser in der Oberlausitz in Sachsen dabei, die Infrastruktur der Freizeiteinrichtung auf Vordermann zu bringen. Dazu gehörte unter anderem eine großangelegte Pflege der Außenanlagen und Wege. Die neue Turnhalle wurde mit fast 200 Stühlen bestückt, die dafür eigens aus Bausätzen zusammengebaut wurden. Außerdem wurde die Poolanlage mit dem Schwimmbecken gereinigt und für den Betrieb im Sommer bereit gemacht.
Die Nürnberger Nachrichten berichteten am 21. Mai über Frauen mit Herz. Mit 67 Herzen, um genau zu sein. Siebenundsechzig Kissen in Herzform hatte die Frauengruppe der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage in Erlangen genäht und der Frauenklinik des örtlichen Uniklinikums übergeben. Die Herzkissen sollen Trost spenden und dabei helfen, nach einer Operation Schultern und Arme zu entlasten.
In Paderborn unterstützten 15 Gläubige am 23. Mai die Frühjahrsputz-Aktion der Stadt. Auf einer festgelegten Route befreiten sie binnen zweieinhalb Stunden Wege von Unrat. Im Anschluss verweilten einige noch zum gemeinsamen Beachvolleyball.
Zwölf Aktive der Frauengruppe der Gemeinde Herne sind noch dabei, Nesteldecken für Demenzkranke herzustellen. Geplant ist, diese an örtliche Seniorenheime zu übergeben.
Auch die Frauengruppe der Gemeinde Hagen wurde aktiv und half an insgesamt zwei Tagen einer Frau vor Ort im Garten.
In Hanau ließen sich einige Freiwillige etwas Ungewöhnliches einfallen. Sie organisierten einen sogenannten „Escape Room“. Bei einer interaktiven Übung am 23. Mai konnten Interessierte miteinander Rätsel lösen und sich gleichzeitig darüber informieren, wie man seine eigene Familiengeschichte erkundet.

Hanau-Escape-Room
Zwei Teilnehmerinnen in Hanau auf der Suche nach des Rätsels Lösung.2026 by Intellectual Reserve, Inc. Alle Rechte vorbehalten.Über das Pfingstwochenende trafen sich rund 35 Mädchen aus dem Pfahl Hannover der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage bei Hildesheim. Die Teilnehmerinnen zwischen 11 und 17 Jahren erlebten ein abwechslungsreiches Programm aus Waldspielen, Lagerfeuer, Musik und einer zwölf Kilometer langen Wanderung. Ein Höhepunkt war der von den Jugendlichen selbst gestaltete Gottesdienst in der Gemeinde Hildesheim. Organisiert wurde das Wochenende von engagierten ehrenamtlichen Leiterinnen, die mit großem Einsatz für Verpflegung, Sicherheit und reibungslose Abläufe sorgten.
Am 31. Mai treffen sich Mitglieder und Freunde der Kirche, um das Gemeindehaus im Stadtteil Solln zu reinigen. Danach ist ein gemütliches Mitbring-Buffet aus selbstgemachten Gerichten für alle geplant.
Viele einzelne Gläubige engagieren sich im Gemeinwesen, ohne Koordinierung durch die Gemeinde. Im Christophorus-Haus in München leistet ein Mitglied einer örtlichen Gemeinde innerhalb des Aktionszeitraumes zweimal ehrenamtlichen Dienst. Er entlastet hauptamtliche Pflegekräfte beim Servieren des Mittagessens und später bei Kaffee und Kuchen. Dabei erwägt er, wer allein essen kann und wer Hilfe braucht. Zwischen den beiden Mahlzeiten setzt er sich mit den Mitbewohnern zusammen und unterhält sich mit ihnen oder spielt Spiele mit ihnen. Das Christophorus-Haus beherbergt ein stationäres Hospiz und bietet vielfältige ambulante Dienste.
Für viele Kirchen ist jeder Tag „Ehrentag“. In der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage beruht das gesamte Gemeindeleben vor Ort auf ehrenamtlichem Engagement, bezahlte Gemeindepfarrer gibt es nicht. Von der Predigt über die Seelsorge und die Jugendarbeit bis hin zur Gebäudereinigung – alles wird von Freiwilligen geleistet. Darüber hinaus setzen sich Gemeinden auf vielfältige Weise im Gemeinwesen ein und sorgen für Dialog und Verständnis. Dieses Wirken sehen Heilige der Letzten Tage als einen Kern der christlichen Nachfolge.