Vom 11. bis 12. Oktober 2026 trafen sich mehr als 90 Teilnehmende aus 45 Städten zur neunten Jahrestagung des Bundeskongresses der Räte der Religionen in Stuttgart. Der Kongress widmete sich dem Thema „Religion – Bedrohung oder bedroht?“.
Aktive der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage beteiligen sich an vielen der interreligiösen Gremien und Initiativen, die in Stuttgart vertreten waren. Unter den Delegierten beim Bundeskongress waren auch Heilige der Letzten Tage.
Fotos herunterladenBeim öffentlichen Abendempfang im Weißen Saal des Neuen Schlosses waren unter anderem der baden-württembergische Sozialminister Oliver Hildenbrand und der Stuttgarter Bürgermeister Dr. Clemens Maier anwesend. Beide betonten die Bedeutung der Räte der Religionen, deren Dialoge „gelebte Demokratie“ darstellten. Eine Sprecherin des Kongresses erklärte, Interreligiöser Dialog sei „keine nette Zugabe zum gesellschaftlichen Leben, sondern ein wichtiger Beitrag zu gesellschaftlichem Zusammenhalt, demokratischer Teilhabe und einem friedlichen Miteinander“. Musikalisch gerahmt wurde der Abend vom interkulturellen Ensemble Trimum und dem Projekt „Wie klingt, was du glaubst?“ mit rund 80 Beteiligten aus Stuttgart und der Partnerstadt Straßburg unter der Leitung von Alon Wallach.
Den Hauptvortrag hielt der baden-württembergische Landesbeauftragte gegen Antise-mitismus Dr. Michael Blume. Er mahnte, auch die bösen Seiten der eigenen religiösen Tradition zur Kenntnis zu nehmen und sich kritisch mit ihnen auseinanderzusetzen. Religion sei immer beides, „Bedrohung“ und „bedroht“. Ziel müsse es sein, einen positiven Bezug zur eigenen Identität zu entwickeln, ohne die Probleme zu verleugnen. Am Ende gehe es darum, sich im Dialog mit Menschen anderer Religion und Herkunft auf das Verbindende zu konzentrieren. Blume hielt auch einen Workshop am zweiten Tag des Kongresses. Thema war hier die Frage des Umgangs mit Menschen, die an Verschwörungsmythen glauben. Weitere Workshops widmeten sich den Themen Jugendarbeit, Social Media und Friedenspotential der Religionen.
2027 findet der Bundeskongress vom 5. bis 6. September in Paderborn und Bad Lippspringe statt. Dem neu gewählten Sprecher*innenrat des Kongresses gehören an: Monika Bunk (Marburg), Susanne Jakubowski (Stuttgart), Antje Lütkemeier (Bad Lippspringe) Issmaail Mouliji (Potsdam), Prof. Dr. Wolfgang Reinbold (Hannover), Jan Schumacher (Paderborn) und Prof. Dr. Joachim Valentin (Frankfurt).