Das Markusevangelium erzählt von Bartimäus, einem blinden Bettler in Jericho. Als er nach Jesus von Nazareth verlangt, bestärken ihn die Umstehenden: „Hab Mut, steh auf!“ Diese Aussage diente dem 104. Deutschen Katholikentag vom 13. bis 17. Mai 2026 als Leitwort und wurde bei vielen der insgesamt 900 Einzelveranstaltungen aufgegriffen. Nicht nur katholische Gläubige setzen sich in Würzburg mit diesem Bibelwort auseinander.
Katholikentag: gesprächsoffen und wertschätzend
„Unser Leitwort war der Protagonist unseres Katholikentags“, so Marc Frings während der Abschlusspressekonferenz. Der Generalsekretär des Zentralkomitees der deutschen Katholiken erklärte, der Katholikentag in Würzburg sei offen und breit aufgestellt gewesen. Er führte weiter aus: „Wir haben säkularen Wertepartnern Bühnen und Plätze auf der Kirchenmeile geboten.“
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprach sich zu Beginn des Katholikentages für ein wertschätzendes Miteinander aus: „Wir merken wieder, was wir aneinander haben, wie viel Kraft wir selber wieder bekommen, wenn wir das Engagement anderer sehen.“ Die Welt brauche „Orte und Menschen, die mutig sind, die aufstehen, die sich anstrengen, um diese Welt zu einem besseren Ort zu machen“.
- Katholikentag-2026
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Was machen Heilige der Letzten Tage beim Katholikentag?
Unter den über 70.000 Menschen, die den Katholikentag besuchten, waren Gläubige unterschiedlicher Prägungen. Wie seit vielen Jahren bei Katholikentagen und evangelischen Kirchentagen waren auch in Würzburg Mitglieder und Amtsträger der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage vor Ort. Sie besuchten Veranstaltungen, hörten zu, führten Gespräche und nahmen an den Empfängen politischer Parteien und Stiftungen anlässlich des Katholikentages teil.
Matthias Lange, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit und den interreligiösen Dialog der Kirche Jesu Christi in Nordbayern, nahm bei Dauerregen am Abend der Begegnung teil: „Nass geworden bin ich zwar, aber auch berührt worden von den guten Gedanken. Gemeinschaftsgefühl ist spürbar und gibt mir Hoffnung, dass es möglich ist, zusammen für eine gute Sache aufzustehen und einzustehen.“
Am Rande des Katholikentages stellten Produzent Andreas Prange sowie der Drehbuchautor und Regisseur Stevens Bakos den interkonfessionellen Dokumentarfilm „Triunitas“ vor. Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage öffnete hierfür am Freitagabend ihr Gemeindehaus in Würzburg und empfing Gäste.
Elder Niels O. Jensen, Siebziger der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage im Gebiet Europa Mitte, übermittelte über das Internet Grüße und gute Wünsche.
Gott ist ein Du
Vortragende und Veranstaltungen des Katholikentages betonten die Grundlagen des christlichen Glaubens.
Im Rahmen eines Festaktes in der Würzburger Residenz vor dem Eröffnungsgottesdienst sprach Oberbürgermeister Martin Heilig: „Wenn jemand einsam ist, dann stehen oft zuerst Menschen aus Kirchengemeinden und den kirchlichen Verbänden bereit. Da wird geholfen, organisiert und begleitet. Und genau darin zeigt sich der Kern der Christenheit: die Nächstenliebe.“
Bei einem gemeinsamen biblischen Dialog mit dem Journalisten und Podcast-Betreiber Tilo Jung erinnerte sich Schwester Maria Scholastika Jurt daran, eine für sie wichtige Erkenntnis gewonnen zu haben: „Gott ist ein Du und er meint mich mit meiner Liebe.“ An das Publikum gewandt ergänzte die Generalpriorin des Klosters Arenberg in Koblenz: „Gott heilt die Welt nicht ohne uns, sondern durch uns.“
Der nächste Katholikentag findet 2028 in Paderborn statt. Für die Zeit vom 5. bis 9. Mai 2027 ist in Düsseldorf der 40. Deutsche Evangelische Kirchentag geplant.